Aus den Anfängen des Schützenwesens |
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Das Schützenwesen hat in Reckenfeld eine ebenso lange Tradition wie die Siedlung selbst. Es ist mit der Gründung der jungen Gemeinde Mitte der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts eng verbunden. Das geht aus den alten Dokumenten eindeutig hervor. Die ersten Jahre des Schützenwesens waren allerdings in erster Linie mit der wenig zu rühmenden Eisenhandelsgesellschaft Ost und deren Prokuristen Ernst Ludwig Wilde verbunden, der bereits 1927 Ehrenvorsitzender und Schützenkönig war und in dieser Eigenschaft am 28. Juli 1928 einem der ersten Siedler in Reckenfeld, Klemens Melchers, für seine „vielseitigen Bemühungen um unseren Schützenverein und zur steten Erinnerung“ mit dem Schützenorden, eine der ersten Auszeichnungen dieser Art in Reckenfeld überreichte. Während des Krieges kommt es zur völligen Einstellung aller Aktivitäten des Schützenwesens in Reckenfeld. Erst am 16. August 1951, nach der Stagnation durch Krieg und DP – Lager, erscheint in den „Westfälischen Nachrichten“ ein kleiner Hinweis, das am 19. August 1951, im Zusammenwirken aller kirchlichen Vereine, in den Anlagen des Hauses Marienfried durch die katholische Pfarrgemeinde, ein Sommerfest veranstaltet würde, das dem Charakter eines Schützenfestes gleichkomme. Es war das erste Schützenfest nach über 10 Jahren in Reckenfeld. Schützenkönig wurde damals der in C wohnende Mechaniker Franz Richert. |
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Königin beim ersten Schützfest 1951 |
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Auf der Basis dieses Festes und der damit gemachten Erfahrungen lud Pastor Müller dann am 30. August 1951 zahlreiche, an der Wiedergeburt des Schützenwesens in Reckenfeld interessierte Bürger zu einer Versammlung ein, die in der Wohnung von Wolfgang Schulz, einem späteren Eintracht-König stattfand. Obwohl Pastor Müller die Gründung einer Schützenbruderschaft vorschwebte, wurde bewusst ein neutraler Ort gewählt, um die mögliche Gründung des Vereins nicht durch weltanschauliche Prinzipien zu belasten. In der am 3. September 1951 stattgefundenen Versammlung kam es jedoch zu keiner Einigung, da Pastor Müller einen Verein wollte, der sich mehr an die katholische Gemeinde anlehnte. Der evangelischen Seite war dies aber zu einseitig konfessionell gebunden und so betrieb der katholische Seelsorger ab dem 4. September 1951 die Gründung einer Schützenbruderschaft |
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Schützenbruderschaft St. Hubertus |
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Einen Tag nach dem Scheitern der Verhandlungen zur Gründung eines Schützenvereins wandte sich Pastor Müller an den Geistlichen Rat und Generalpräses des Bundes Deutscher Schützenbruderschaften, Dr. Pater Louis in Leverkusen-Bürrig, berichtete vom Ergebnis der Zusammenkunft in Reckenfeld und bat ihm gleichzeitig um Mithilfe zur Gründung einer Schützenbruderschaft. Dabei wollte er die evangelische Seite keineswegs ausschließen, sondern im Gegenteil beteiligen. Seine Sorge galt allerdings der Frage, ob bei einer katholisch gebundenen Bruderschaft die Aufnahme von Protestanten überhaupt möglich sei, da bundesweit gleiche Organisationen rein katholisch wären. Einen Schützenverein mit etwas Bruderschaftscharakter lehnte Pastor Müller ausdrücklich ab. Die Mitgliedschaft von Protestanten befürwortete er dagegen sehr. Am 21. November 1951 kam es dann in der Gaststätte Brinkmeyer zur Gründung der heutigen Schützenbruderschaft, der in einem spontanen Akt 20 Mitglieder beitraten. Diese Gründungsmitglieder waren: |
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Zum ersten Brudermeister wurde in der Gründungsversammlung Josef Göring gewählt. Pastor Müller wurde Präses. Wie aus dem Protokollbuch des Heimatvereins hervorgeht, trat die neugegründete Bruderschaft noch im Jahre 1951 der Arbeitsgemeinschaft der Reckenfelder Vereine bei. |
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In geliehener Uniform marschierten die |
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Brudermeister Göring nimmt per Pferd die |
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Aufbau und Konsolidierung |
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Nach den ersten Jahren des Aufbaus und der Festigung begann in der Bruderschaft die Zeit der Konsolidierung. Diese begann mit der Ausstattung der Schützenbrüder durch Uniform und Hut. Während die Vordenker der heutigen Bruderschaft zum ersten Schützenfest in alten Feuerwehruniformen antraten und die Ehrengarde mit den dazu passenden Mützen behütet waren, tauchte schon bald der Wunsch nach einer grünen Schützenjacke und dem entsprechenden Hut auf. Bereits am 17. Mai 1952 wurde der erste Stutzhut mit „reicher Alumontur“ (so die Rechnung) zum Stückpreis von 23 Mark und dazu ein Schützenhut in Loden mit einer Federrosette zum Komplettpreis von 15 Mark bestellt. Diesen schlossen sich am 29. Mai 1952 zwei weitere Stutzhüte, der eine mit „reicher Goldmontur“ und der zweite wiederum mit „reicher Alumontur“, dazu drei Federbüsche und fünf Schützenhüte im Gesamtpreis von 173,50 DM an. |
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Erstes Königspaar der jungen |
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Eine neue Fahne |
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Nach der Einkleidung eines Großteils der Schützenbrüder mit Uniform und Schützenhut und der damit verbundenen Identifikation mit der Bruderschaft, wurde bereits nach wenigen Jahren der Ruf nach einer Fahne laut. |
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Im Jahre 1954 bekam die Schützen- |
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Außerdem wurde eine 16 Mann starke Ehrenkompanie ernannt, die, wie alle anderen Schützen, auf das Kommando des Obristen Erwin Eixler und seines Adjutanten Hubert Lenfort hörte. |
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Die erste Ehrengarde präsentiert |
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Das Hubertuslied |
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Sichtbare Identifikation der Schützenbruderschaft war neben der Fahne eine Sonderheit, die weit und breit ihresgleichen sucht. Auf Wunsch des Vorstandes und insbesondere des Brudermeisters Josef Göring und seines Nachfolgers Willi Bosse komponierte der Reckenfelder Musiker Fred Riese Ende 1956 ein Lied, das er zugleich textete und am 3. Februar 1957 der Bruderschaft als Vereinslied überreichte. Als einmaliges Honorar erhielt Fred Riese den Betrag von 30 DM und übertrug damit auch sämtliche Rechte auf den Verein. Das Bruderschaftslied wurde im Oktober 1971 von dem damaligen Dirigenten Otto Frey für 4 Stimmen arrangiert und gehört heute zum musikalischen und gern gesungenen Fundus der Bruderschaft. |
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Der Text des Bruderschaftsliedes von Fred Riese hat folgenden Wortlaut: |
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Es sind der Worte dreie, |
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Denn Glaube, Heimat, Sitte |
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Steht auch die Welt im Streite, |
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